Bürgerprotest Fluglärm Ost
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Mitglieder-
versammlung

Montag, 13. November 2017, 19.30 Uhr

Alte Kaserne
Technikumstrasse 8
8402 Winterthur

(Gäste willkommen)

Eine breite Allianz von 137 Gemeinden aus 5 Kantonen (Zürich, Aargau, Schaffhausen, Thurgau und St. Gallen) haben ein gemeinsames Positionspapier unterzeichnet und machen damit einen grossen Schritt zu einem Neustart im Fluglärmstreit: region-ost.ch


Bürgerprotest Fluglärm Ost (BFO) hat dieses Papier ebenfalls unterzeichnet. Weitere Bürgerorganisationen von fluglärmbetroffenen Regionen werden folgen. Ebenfalls eingeladen, dieses Positionspapier zu unterzeichnen, sind die Vertreter der Region Waldshut und Konstanz. Es wäre der erste, grenzüberschreitende Konsens im jahrelangen Lärmstreit.

Die Forderungen beruhen im Wesentlichen auf dem aktuellen Flugregime. Dies bedeutet auch, dass der Osten bereit ist, die im 2001 aufgebürdeten Mehrlasten auch weiterhin zu tragen. Ergänzt wird das heutige Flugregime mit dem Südstart straight (geradeaus).

Die Stadt Zürich und die Gemeinden im Verbund Fluglärmforum Süd wurden nicht angefragt, da sie noch nie Hand für eine Konsenslösung geboten haben. Mit Ausnahme von Opfikon und Wallisellen (beide nicht Mitglied im Fluglärmforum Süd) haben alle Gemeinden mit Fluglärm unterschrieben. Damit deckt die Konsenslösung ein Gebiet ab, welches 80 Prozent aller Fluglärmlasten trägt: IGW

Weder die Stadt Zürich noch das Fluglärmforum Süd sind Vertreter von Gemeinden mit Fluglärm. Aus diesem Grund sind die enttäuschenden Kommentare aus diesem Gremium ein vernachlässigbares Nebengeräusch. Schliesslich sind es ja exakt die Gemeinden, die immer nach einer einseitigen Ostausrichtung und einem Pistenausbau rufen. Damit haben sie sich selber ins Offsids manövrierten. Jeder Boomerang kommt irgendwann an den Absender zurück.

Konsens entsteht nur, wenn jeder zu Kompromissen bereit ist. Dies ist in 137 Gemeinden offensichtlich der Fall.

BFO; zum Neustart bereit


 
Fakten zur Fluglärmdiskussion

Eine Richtigstellung von IG-Nord, Region Ost und IG West

Am 07. Juli 2015 präsentierten IG-Nord, Region Ost und IG West ein Positionspapier zur Ausgestaltung des Flugbetriebs am Flughafen Zürich. Dieses wird von 137 Gemeinden mit einer Wohnbevölkerung von 672‘000 Einwohnerinnen und Einwohnern mitgetragen.

Das Papier wird als Konsenspapier der N-O-W-Gemeinden bezeichnet. Es berücksichtigt aber gleichermassen die Interessen der hauptbetroffenen Gemeinden im Süden des Flughafens wie auch in Deutschland entlang dem Rhein. Eine nachhaltige Lösung im Fluglärmstreit kann nur mit Einbezug der Hauptbetroffenen aus allen vier Himmelsrichtungen und über die Rheingrenze hinweg erreicht werden. Das ist unser Ziel!

Mit einem zu erwartenden Aufschrei reagieren nun Vertreter von Südgemeinden und die Stadt Zürich und sprechen von einem gegeneinander Aufheizen von Gemeinden und Städten. Dem ist nicht so. Mit keinem Wort fordert das Positionspapier einen gleichmässigen Lastenausgleich oder eine zusätzliche Belastung der Südregion. Es orientiert sich vielmehr an den Rahmenbedingungen der deutschen, höchstrichterlich bestätigten 220. DVO zur LuftVO aus dem Jahr 2005 und der darauf beruhenden, heutigen Betriebsvariante EDVO.

 

Die N-O-W-Gemeinden lehnen einzig eine Ertüchtigung und damit die früher oder später erfolgende zeitliche Ausweitung des Ostkonzepts ab. Diese Forderung richtet sich nicht gegen die Südgemeinden. Sie resultiert aus dem Verfassungsgrundsatz einer Gleichbehandlung von Betroffenen, sofern nicht zwingende Gründe dagegen sprechen. 

 

Die Forderung nach Geradeausstarts Piste 16 im vorgeschlagenen, vierstündigen Zeitfenster bringt keinen einzigen zusätzlichen Start Richtung Süden mit sich. Resultieren würden jedoch eine Lärmoptimierung unter den Südgemeinden sowie Vorteile sicherheitstechnischer, ökologischer und ökonomischer Art. 

 

Dass angesichts der komplexen Materie in Leserbriefen viele auf Unkenntnis beruhende, unrichtige Aussagen veröffentlicht werden, liegt in der Natur der Sache. Nicht hinzunehmen sind indes Behauptungen, wie sie Dietlikon, Dübendorf, Opfikon und Wallisellen in einer gemeinsamen Pressemitteilung veröffentlicht haben. Zitat: „Bereits heute erfolgen alle Starts der Grossraumflugzeuge sowie deren Anflüge zwischen 06.00-07.00 Uhr über den Süden“. 

 

Diese Formulierung führt zu Fehlschlüssen und ist auch sachlich falsch. Richtig ist: Es starten längst nicht alle Grossraumflugzeuge Richtung Süden. Frühmorgens gibt es keine Südstarts, in der Mittagsspitze müssen viele Langstreckenflüge wegen der besseren Hindernisfreiheit Richtung Norden starten und in den sensiblen Abendstunden, ab 20.00 Uhr an Wochenenden und ab 21.00 Uhr wochentags, geschieht dies aus lärmpolitischen Gründen. 

 

Auch die hartnäckig und lautstark behauptete übermässige Fluglärmbelastung des Südens präsentiert sich bei genauem Hinsehen als haltlos. Die nachfolgenden Fakten sind der offiziellen Monatsstatistik des Flughafens entnommen. Sie zeigen beispielsweise im Mai 2015 für die grossmehrheitlichen Tage mit Normaloperation, also ohne wetterbedingte Abweichungen, folgendes Bild:

 

Fakten zu den Südanflügen:

 

 -  12.4 Morgenanflüge von 06 bis 07 Uhr pro Wochentag, das sind 3.3% aller Anflüge pro Tag
 -  37.5 Morgenanflüge von 07 bis 09 Uhr am Wochenende und an Feiertagen, das entspricht 9.9% aller Anflüge pro Tag
 -  Morgenanflüge über den ganzen Monat gemittelt: 7.1%; die Nord- und Ostgemeinden tragen 92.9% aller Anflüge
 -  Zu beachten ist: während diesen Morgenstunden und auch sonst immer, wenn Süd- oder Ostkonzept praktiziert werden, trägt der Norden
 -  den wesentlich lauteren Abfluglärm. Der Norden und die 
deutschen Südgemeinden am Rhein werden als einzige Himmelsrichtung in
 -  allen Betriebszuständen beschallt.

 

Fakten zur Forderung „Straight Out Piste 16 von 10 bis 14 Uhr“:

 

 -  Von insgesamt 377 täglichen Abflügen finden im Durchschnitt 36 Starts oder 9.5% auf Piste 16 in Richtung Süden statt; die West-
 -  und Nordgemeinden tragen 90.5% aller 
Abflüge
 -  Die 36 Südstarts teilen sich auf die Mittagszeit und die frühen Abendstunden auf
 -  Im Zeitfenster von 10 bis 14 Uhr finden ca. 20 Starts oder 5.3% der täglichen Abflüge Richtung Süden statt, alle mit left turn out und
 -  entsprechend unnötig hoher 
Gesamtbeschallungder engeren Flughafenregion
 -  Der „Straight Out 16“ gemäss Positionspapier ergäbe für den entfernteren Süden pro Abflugrichtung (O-S-W) etwa vier bis acht
 -  moderate Lärmereignisse, verteilt über vier 
Stundenwährend unsensiblen Tageszeiten; ist das zu viel verlangt?
 -  Dafür würden während dieser vier Stunden Opfikon, Wallisellen, Dietlikon, Dübendorf, Bassersdorf, Nürensdorf, Kloten und viele weitere
 -  Gemeinden entlastet, weil die startenden Flugzeuge geradeaus wesentlich steiler wegsteigen können.

Es ist an der Zeit, mit den Südgemeinden ernsthaft ins Gespräch zu kommen. Dazu muss aber ein Mindestmass an Solidarität erwartet werden können. Denn auch die Ostgemeinden könnten argumentieren, dass sie vor Einführung der deutschen DVO nur bei vereinzelten Wetterbedingungen (Westwind- oder Bisenlagen) Fluglärm zu ertragen hatten, gleich wie die Nordgemeinden, die seither an Stelle von Anflügen durch wesentlich lautere Starts in sensiblen Tagesstunden beschallt werden.

Abschliessend sei festgehalten, dass das vom Süden immer wieder vorgebrachte Argument, es würden mehr Personen beschallt, nicht stimmt. Das musste die Volkswirtschaftsdirektion bereits im August 2013 öffentlich zugeben (siehe NZZ 23.08.2013). Die N-O-W-Gemeinden werden sich dazu zu gegebener Zeit vernehmen lassen. Vorerst setzen wir aber darauf, mit den Gemeinden im Süden ins Gespräch zu kommen.

 

Im Namen von IG Nord, Region Ost und IG West

Franz Bieger
Gemeindepräident Bachenbülach

20.07.2015 Ve3

 
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